Kaktusfeige
Die Kaktusfeige (lat. Opuntia ficus indica) wird auch Kaktusfrucht, Distelfeige Stachelfeige, Opuntie oder Tuna genannt. Sie gehört zur Familie der Kakteen, die sich bestens dem Wüstenklima angepaßt haben. Das benötigte Wasser nehmen sie in der Regenzeit auf und speichern es in ihren Stämmen. Kakteen wachsen, je nach Sorte, bis zu 18m hoch. Die Kaktusfeige gehört zu den wenigen eßbaren Früchten der Kaktusgewächse. Von diesen ist sie die aromatischste.
Schon in prähistorischer Zeit wurden die wildwachsenden Feigen gegessen. Ihren Ursprung hat sie in Amerika und für die indianischen Ureinwohner war diese Frucht lange Zeit ein bedeutendes Nahrungsmittel. Spanier und Portugiesen brachten Pflanzen von ihren Eroberungen mit ins Mittelmeergebiet und in ihre Kolonien. Danach nahmen die Mauren sie nach Nordafrika mit zurück. Heutzutage findet man diese Kaktusart in allen Trockengebieten der Erde, wo sie oft schon als Unkraut bekämpft werden.
Man erntet ganzjährig die Kaktusfeigen in Kolumbien, Peru und Brasilien sowie in den Monaten Juli bis Dezember auch in der Türkei und in Italien. Die flachen, langen Blätter des Kaktus sind voller stacheliger Haare und Nadeln. Sie haben prächtige gelbe Blüten, aus denen sich die birnenförmigen Früchte entwickeln. In den zwanziger Jahren gelang es auch stachellose Feigenblätter zu züchten. Diese sind in den Wüsten ein lebenswichtiges Futter für die Ziegen und die Kamele.
Kaktusfrüchte sind zwischen fünf bis acht Zentimeter lang und haben eine mit schwarzen Knoten gespickte, derbe dicke Schale. In den Farben variieren sie je nach Sorte von Rot über Pink, Orange bis Gelbgrün. Das rote oder orangegelbe Fruchtfleisch ist in der Art ähnlich wie eine Wassermelone. Besonders der Wassergehalt und die leichte Süße machen die Kaktusfeige zu einer belebenden Erfrischung. Auch die pfeffergroßen, harten Kerne sind genießbar. Bei Verzehr der Früchte sollte man vorsichtig sein, da die Schale noch fast unsichtbare Stacheln haben kann. Deshalb ist es ratsam, die Früchte unter fließendem Wasser abzubürsten oder mit Gummihandschuhen anzufassen.
Kaktusfeigen schmecken am roh am besten, weil sie einen feinen Geschmack haben. Mischen zu einem Obstsalat kann man sie mit Melonen, Kiwi, Papayas, Mangos und/oder Bananan. Als Zutat zu grünem Salat geben Kaktusfeigen diesem eine exotische Note. Aus dem Fruchtfleisch stellen die Mexikaner eine Paste her. Die jungen Triebe des Feigenkaktus ergeben ein schmackhaftes Gemüse und sind Zutat zu Omeletts und Salaten.
Kaufen sollte man nur unbeschädigte, glatte Früchte. Grüne Feigen reifen bei Zimmertemperatur gut und sollten dann aber schnell verzehrt werden.
Kaktusfeigen besitzen viel Vitamin C sowie Kalium, Calcium und Magnesium.
| Haupt-Nährstoffe | Energie | Mineralstoffe | Vitamine |
| Eiweiß 0,8g Fett 0,7g Kohlenhydrate 7,1g Ballaststoffe 5g |
38 kcal 159 kJ |
Natrium k.A. Kalium 90mg Calcium 24mg Phosphor 28mg Magnesiumk.A. Eisen 0,3mg Fluor k.A. |
A 9µg B1 0,01mg B2 0,03mg C 25mg E k.A. |