Heidelbeere | Bilberry
Heidelbeeren (lat. Vaccinium myrtillus) gehören zu der Familie der Erika-oder Heidekrautgewächse. Sie sind auch unter den Namen Blaubeeren, Schwarzbeeren oder Bickbeeren bekannt. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch die Preißelbeeren, der Erdbeerbaum sowie Rhododendren, Azaleen und das Heidekraut.
Vorzufinden sind sie auf nur der nördlichen Erdhalbkugel vom Mittelmeer bis zur Arktis. Das Strauchgewächs hat seinen bevorzugten Standort in lichten Wäldern sowie auf Hochmooren.
In früheren Zeiten waren Heidelbeeren ein wichtiges Nahrungsmittel. Bei den Bewohnern der kargen Bergregionen waren sie eine der wenigen Früchte, die man für den Winter sammelen konnte. Die Indianer Nordamerikas kochten aus den Beeren ein Konzentrat, das sie an der Sonne trockneten. So erhielten sie für den Winter einen guten, haltbaren Vorrat. Heute machen sich nicht mehr viele die Arbeit des mühseligen Sammels der Beeren in den Wäldern. Die im Handel erhältlichen Früchte haben aber bei weitem nicht den köstlichen Geschmack der wildwachsenden Heidelbeeren. Die angebotenen Früchte wachsen inzwischen in Plantagen, wo es Sorten gibt, deren Sträucher bis zu 3,5m hoch werden. Das Fruchtfleisch ist bläulichweiß. Im Gegensatz zu den wildwachsenden Beeren, die bis erbsengroß werden können, sind kultivierte Früchte fast doppelt so groß. Inzwischen hat sich auch das Aroma und der Vitamingehalt verbessert.
gewonnenen Extrakt blau oder schwarz gefärbt. Früher verwendete man ihn auch als Farbstoff für Wein. Im Osten Rußlands wird aus den Beeren Alkohol gewonnen.
Die Zwergtrunkelbeere in Nordamerika hat dagegen große, süße Früchte.
Frisch schmecken Heidelbeeren am besten gezuckert oder mit Milch, Joghurt und Sahne. Zu Omeletts, Crêpes und Waffeln sind sie eine delikate Zugabe. Man erhält aus den Beeren eine köstliche Marmelade und einen pikanten Likör sowie einen geschmackvollen Wein.
Trocken und frisch gepflückt, halten sich die Beeren am besten. Allerdings ist die Lagerzeit im Kühlschrank nur einige Tage. Minderwertige Früchte sollten aussortiert werden. Damit das Aroma nicht verloren geht, dürfen die Beeren nur ganz kurz abgebraust werden. Zum Tiefgefrieren eignen sie sich, einzeln eingefroren, jedoch sehr gut.
Heidelbeeren enthalten neben viel Vitamin C noch Phosphor, Eisen und Calcium. Sie enthält viel Gerbsäure und ihr Farbstoff Myrthillin wirkt darmreinigend und nützt bei Blähungen. Getrocknete Früchte sind ein Mittel gegen Durchfall.
Die Schale der Beeren enthält einen Wirkstoff, der die Elastizität der Blutgefäße in den Augen verbessern hilft. Dieser eignet sich ebenfalls als Mittel gegen .Lichtüberempfindlichkeit sowie gegen Nachtblindheit.
Getrocknete Heidelbeerenblätter ergeben einen Tee, der den Blutzuckerspiegel senkt sowie bei Nierenschwäche und Harnwegsbeschwerden hilft.
Eine verwandte Art der Heidelbeere ist die Trunkelbeere (Vacciniom uliginosum). Sie ist auch unter dem englischen Namen "bilberry" oder dem schwedischen "odon" bekannt. Sie unterscheidet sich unwesentlich in der Zweig- und Blattform. Allerdings hat sie weißes Fruchtfleisch und einen faden Geschmack. Die Früchte ergeben einen farblosen Saft.
Der Genuß der Beeren soll berauschend wirken und Schwindelgefühle verursachen.
je 100g eßbarer Anteil
| Haupt-Nährstoffe |
Energie |
Mineralstoffe |
Vitamine |
Eiweiß 0,7g
Fett 0,6g
Kohlenhydrate 6,1g
Ballaststoffe 4,9g |
37 kcal
154 kJ |
Natrium 1mg
Kalium 65mg
Calcium 13mg
Phosphor 11mg
Magnesium 2mg
Eisen 0,9mg
Fluor 0,02mg |
A 6µg
B1 0,02mg
B2 0,02mg
C 22mg
E 2,1mg |
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