Reis | Rice
Reis (Oryza sativa) stammt ursprünglich aus Südostasien.
In China wurde er schon vor mehr als 6000 Jahren angebaut und ist somit eine der ältesten Kulturpflanzen.
Wie wichtig der Reis als Nahrungsmittel war zeigen die Tatsachen, daß 2800 v.Chr. in Südchina Kaiser Chen-Nung persönlich bei einem feierlichen Zeremoniell den Reis anpflanzte und im Jahre 2356 v.Chr. Kaiser Yao Bewässerungsanlagen entwickelte, sowie die Reisverteilung unter der Bevölkerung gesetzlich regeln ließ.
Die Araber brachten den Reis nach Griechenland, wo er auch seinen Namen her erhalten hat (Oryza ist das griech. Wort für Reis).
Etwa um 326 v.Chr. gelangte er von dort durch Alexander d.Gr. nach Indien.
Die Mauren brachten ihn im Jahre 700 n.Chr. nach Spanien und von hier aus wiederum gelangte er im 17. Jahrhundert nach Amerika.
Nach Weizen ist Reis die weltweit am häufigsten angebaute Getreideart, wobei Asien mit 94% den höchsten Produktionsanteil hat.
In Asien ist Reis auch das wichtigste Nahrungsmittel.
Die Reispflanze ist eine einjährige Gräserart und eine ursprüngliche Trockenpflanze. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Mutation zur Sumpfpflanze und verträgt heute extreme klimatische Bedingungen.
Am besten gedeiht sie jedoch in feucht-tropischen Zonen. Hier sind dadurch mehrere Ernten im Jahr möglich.
Gerade in Asien wird der Reis vorwiegend nach der traditionellen Anbaumethode in mühsamer Handarbeit angebaut.
Wenn die Schößlinge groß genug sind werden die Felder mit Wasser geflutet und die jungen Pflanzen von Hand pikiert.
Ab der Blüte werden die Felder nicht mehr geflutet. Nach 4-6 Monaten wird der Reis von Hand geerntet und gedroschen.
In den USA wird der Reis modern und trocken angebaut. Die vorgekeimten Reissamen werden überwiegend von Flugzeugen ausgesät und mit Mähdreschern geerntet.
Die ausgewachsene Reispflanze kann bis zu 1,3 Meter hoch werden. Der Stengel hat 3 bis 4 Knoten, wobei die Blätter an den Knoten sitzen.
Reis ist ein Büschelwurzler und ohne Hauptwurzel. Jedoch können 20-50 Nebentriebe gebildet werden.
Die Körner sitzen in den einblütigen Ährchen an der 20-30 cm langen Rispe.
Das Reiskorn ist von einer harten unverdaulichen Hülse (Spelze) umschlossen. Sie wird in speziellen Mühlverfahren durch schleifen entfernt.
Das Reiskorn besteht aus mehreren Schichten mit unterschiedlichsten Nährstoffen und Nährstoffgehalt, so daß durch das schleifen auch der Geschmack, Nährwert und die Haltbarkeit bestimmt, bzw. beeinflußt wird.
Kulturreis wird in zwei Hauptarten unterteilt:
1. Savita (weißer Reis)
Diese Art ist am weitesten verbreitet
2. Glaberrima (afrikanischer Reis)
Diese Art wird hauptsächlich in Afrika angebaut, ist jünger und reagiert empfindlicher auf klimatische Veränderungen.
Diese zwei Reisarten unterteilen sich wiederum in über 8000 Reissorten, die entsprechend ihrer Kornlänge in Rund-,Mittel-u. Langkornreis unterteilt werden.
Im Handel sind folgende Reissorten erhältlich:
1. Brauner Reis (oder Naturreis, Vollkornreis)
Bei dieser Reissorte wurde nur die äußere unverdauliche Spelze nicht aber die äußeren Schichten des Reiskorns entfernt. Er enthält noch alle Nährstoffe und hat ein nußartiges Aroma.
2. Weißer Reis (auch Patna Reis)
Diese Sorte wird nach der ernte geschliffen und poliert. Dadurch verliert sie den größten Teil der Nährstoffe. In einigen Ländern (z.B. USA) werden, um den Nährstoffverlust auszugleichen, die Körner anschließend mit Eisen, Niacin und Vitaminen angereichert.
3. Weißer Parboiled Reis
Die Körner werden vor dem schleifen eingeweicht und mit Dampfdruck behandelt.
Durch diesen Prozeß werden die wasserlöslichen Nährstoffe ins innere des Korns gepreßt, so daß sie beim schleifen nicht verloren gehen. Beim Parboiled-Prozeß wird das Korn leicht transparent und erhält eine gelbliche Färbung.
Beim Kochen wird der Reis weiß.
Er hat ein feineres Aroma als brauner Reis und klebt normalerweise nicht zusammen.
Sein Ballaststoffanteil ist sehr gering.
4. Brauner Parboiled Reis
s.o. enthält jedoch Kleie und Keime und ist daher auch ballaststoffreich.
5. Minutenreis
Diese Reissorte ist ein geschliffener, polierter und vorgekochter Reis. Gegart ist er körnig und locker, hat jedoch kaum Nährstoffe und wenig Aroma.
6. Arborio (Rundkornreis)
Diese Reissorte wird hauptsächlich in Italien angebaut und ist aus dessen Küche nicht wegzudenken. Der Reis kann beim garen sehr viel Flüssigkeit aufnehmen ohne dabei breiig zu werden.
7. Duftreis
Hier handelt es sich um die aromatischsten Reissorten, mit lockerer, körniger Struktur, deren Spitzenreiter der Basmati ist.
8. Weitere Duftreissorten sind Jasminreis und thailändischer Duftreis.
Weitere Nebenprodukte der Reispflanze sind: Reisstärke (Weiterverwendung für Klebstoff, Wäschestärke u. Puder) Reisöl (Weiterverwendung für Seife u. Kerzen)
Reiskleie (Weiterverwendung als Futtermittel)
Reisspelz (Weiterverwendung als Futtermittel)
Reisstroh (Weiterverwendung für Futtermittel, Einstreu, Papier)
Reiswein (Sake)
Reisschnaps
Wildreis ( Zizania aquatica) ist der Same einer Wasserpflanze und stammt ursprünglich aus der Region der Great Lakes in Nordamerika.
Dort gedeiht er im Sumpf u- Uferbereich von Süßwasserseen.
Wildreis war bei den nordamerikanischen Indianern sehr beliebt und gilt auch heute als Delikatesse.
Der Anbau der bis zu drei Meter hoch wachsenden sowie einjährigen Pflanze ist sehr kostspielig. Sie reagiert empfindlich auf klimatische Veränderungen, sowie Veränderungen des Wasserstandes und Parasiten.
Desweiteren ist sie schwierig zu ernten. Nach der ernte werden die Körner gewaschen und von der Spelze befreit.
Gegart entwickelt Wildreis ein sehr feines nußiges Aroma.
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